Nach eigener Aussage hätten die Museumsgruppen sehr gerne mehr Zeit im Jüdischen Museum verbracht, um die neuen Eindrücke auf sich wirken lassen sowie sich in aller Ruhe umschauen zu können. Auch hier hat sich ein Mitarbeiter sehr freundlich kurzfristig bereit erklärt, den Jugendlichen einige rituelle Gegenstände zu erklären.
Gang der Erinnerung
Der Gang der Erinnerung bildet die unterirdische Verbindung zwischen Gemeindezentrum und Synagoge.
Insgesamt ist der Gang recht kahl, doch über die gesamte linke Seite ziehen sich sechs übereinander geschichtete milchige Glasplatten, bei denen auf dreien etwa 4.000 Namen von von den Nationalsozialisten ermordeten Jüdinnen und Juden stehen.
An der rechten Seite stehen ebenfalls Wörter, allerdings nur acht, und das sind auch keine Namen, sondern Wörter, die uns ermahnen und auffordern, dass so etwas nicht noch einmal passiert, z.B. „Lernen“, „Gedenken“.
Dieser Gang soll uns in seiner schlichten Kühlheit nicht vergessen lassen, was passiert ist, und der Opfer gedenken, damit so etwas nicht noch einmal vorkommt.
Von den Namen sind die oberen natürlich besser zu lesen als die unteren, das hat jedoch keine Bedeutung und ist lediglich auf die künstlerische Freiheit zurückzuführen.
Am Eingang des Ganges liegen zwei Bücher aus, in denen möglichst viele Informationen über die Ermordeten gesammelt wurden.
Ich denke, das schlichte Material Stein soll einmal die Trauer darstellen, die immer noch empfunden wird, aber auch in seiner Einfachheit nicht von den Tatsachen ablenken, an die gedacht werden soll. Das Glas soll das Gefühl von Transparenz hervorrufen, mit deren Hilfe all das Schreckliche nicht geschehen wäre. Möglicherweise hätten sich mehr Menschen aufgelehnt, wenn alles nicht so vertuscht worden wäre.